Freitag, 26. März 2010
Das Stundenglas
Weißer Sand, umhüllt von Glas, von Standgehäuse und Zinn -
rieselt ohne Unterlass Traum und Stunde dahin.
Und so lautlos, wie die Sandsäule fällt,
zählt es die Sekunden der Welt.
Ist dann seine Zeit herum, so dreht man es wieder um.
Kaiser, König, Edelmann, die hielten es in der Hand;
Ihre Zeit ist längst vertan, mit dem Sand weggerannt.
Selbst das Stundenglas noch mal umzudreh’n,
macht Geschehenes nicht ungescheh’n;
denn die Zeit ist taub und blind und nur der Sand rinnt und rinnt.
Sei nicht traurig, wenn der Augenblick flieht.
Der ist glücklich, der den Sonnenschein sieht.
Mancher glaubt die goldne Zeit, die sei schon lange vorbei.
Trotzdem wechseln Freud und Leid, jede Stunde aufs neu.
Was heut oben ist, fällt morgen herab,
was jetzt blüht, liegt schon bald im Grab.
Denn die Zeit lässt keine Wahl, bei ihr ist alles egal.
Sei nicht traurig, halt’ Minuten nicht auf,
Krach und Liebe alles nimmt seinen Lauf.
Schau nicht auf das Stundenglas, tagein, tagaus wie gebannt.
Finde selbst das richt’ge Maß, gib dem Leben die Hand.
Nutz den Tag und nutz die Stunde der Nacht,
freu dich, wenn die Liebe dir lacht.
Einmal kommt der Sensenmann und hält das Stundenglas an.
Nachtrag:
Dieses Gedicht, dass auch ein Lied ist, wurde von Thomas in den Blog gestellt.
Die Verfasser sind mir unbekannt.
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Hallo Opernwerkstattler! Wer hat denn das tolle Gedicht eingestellt? Wäre gut, wenn wir das ruhig mit `ranschreiben. War vorher zwar nicht so, wäre aber gut, wenn wir das machen, meiner Meinung nach.
AntwortenLöschenNa klar, sollte schon sein.
AntwortenLöschen...ich bekenne mich schuldig, hatte gestern beim nochmal Ansehen auch festgestellt, dass ich das vergessen habe - wollte dann eigentlich noch nen Kommentar dazuschreiben woraus man den Übeltäter entnehmen kann, es war aber schon fast Mitternacht...
Gruß, Thomas